Im Alltag zeigen sich Gelenkschmerzen oft sehr unterschiedlich. Manchmal treten sie nur bei bestimmten Bewegungen auf, manchmal auch in Ruhe oder nachts. Bei einigen Betroffenen verändern sich die Beschwerden im Laufe des Tages, bei anderen bleiben sie konstant. Mitunter melden sich die Schmerzen zunächst an einer Stelle und breiten sich später weiter aus. Sie sehen: Nicht jeder Schmerz folgt dem gleichen Muster. Hinter den individuellen Beschwerden können unterschiedliche Ursachen stehen. Welche dabei infrage kommen, lesen Sie im Folgenden.

Gelenkschmerz ist nicht gleich Gelenkverschleiß: Häufige Ursachen von Gelenkproblemen
Viele Patientinnen und Patienten verbinden Gelenkschmerzen automatisch mit Arthrose. Doch eine Gelenkdegeneration ist nicht immer schuld an den Beschwerden. Eine saubere Abgrenzung hilft, Beschwerden realistisch einzuordnen und Fehlannahmen zu vermeiden.
Zu den häufigsten Erkrankungen, die Gelenkschmerzen auslösen können, gehören:
- Degenerative Gelenkerkrankungen wie die Arthrose
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis
- Stoffwechselbedingte Erkrankungen wie Gicht
- Autoimmunassoziierte Gelenkerkrankungen wie die Psoriasis-Arthritis
- Erkrankungen des Knochens wie die Osteoporose
- Entzündungen gelenknaher Strukturen, etwa eine Bursitis
- Überlastungsbedingte Reizzustände von Gelenken und Sehnen
- Band- und Kapselverletzungen mit daraus resultierender Gelenkinstabilität
- Fehlstellungen und Achsabweichungen, die die Gelenkbelastung verändern
Diese Erkrankungen können Gelenkschmerzen verursachen
Bei dieser Erkrankung verändert sich das Gelenk schrittweise durch Abnutzung. Der Knorpel, der normalerweise für reibungslose Bewegungen sorgt, wird dünner und verliert seine Schutzfunktion. Dadurch reagieren die Gelenkflächen empfindlicher auf Belastung. Am häufigsten betrifft dieser Prozess Knie, Hüfte, Hände oder die Wirbelsäule.
Die Schmerzen zeigen sich vor allem bei Bewegung. Viele Patientinnen und Patienten spüren Beschwerden beim Gehen, beim Treppensteigen oder nach längerer Belastung. In Ruhe klingen die Schmerzen häufig ab. Typisch ist zudem eine kurze Steifigkeit nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen, die sich mit Bewegung wieder löst. Im weiteren Verlauf kann die Beweglichkeit abnehmen. Außerdem fühlt sich das Gelenk oft insgesamt weniger belastbar an.
Die Diagnose stützt sich auf eine sorgfältige ärztliche Befragung und eine körperliche Untersuchung. Entscheidend ist dabei, wann die Schmerzen auftreten und welche Bewegungen Beschwerden auslösen. Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder eine MRT zeigen typische Veränderungen am Gelenk, etwa eine Verschmälerung des Gelenkspalts oder knöcherne Anbauten.
Die Behandlung orientiert sich am Beschwerdebild und am Stadium der Gelenkveränderung. Im Vordergrund stehen Maßnahmen, die Schmerzen reduzieren und die Funktion des Gelenks erhalten. Dazu zählen regelmäßige, angepasste Bewegung, der Aufbau stabilisierender Muskulatur sowie entlastende Strategien im Alltag. Ergänzend kommen schmerzlindernde Medikamente oder Injektionen infrage. Bei ausgeprägten Beschwerden und fortgeschrittenen Veränderungen kann auch ein operativer Eingriff sinnvoll sein.
Mehr dazu erfahren Sie auch hier: Arthrosetherapie in Frankfurt
Anders als bei verschleißbedingten Veränderungen steht hier eine Fehlsteuerung des Immunsystems im Vordergrund. Die Gelenkinnenhaut entzündet sich dauerhaft, wodurch Schmerzen und Schwellungen entstehen. Häufig beginnt die Erkrankung an kleinen Gelenken, etwa an Fingern oder Zehen, und betrifft meist beide Körperseiten gleichzeitig.
Die Beschwerden zeigen sich oft unabhängig von Belastung. Viele Betroffene berichten über ausgeprägte Morgensteifigkeit, die erst im Laufe des Tages nachlässt. Hinzu kommen häufig druckschmerzhafte, geschwollene und überwärmte Gelenke sowie Müdigkeit oder Abgeschlagenheit.
Für die Diagnosestellung spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Neben dem Gespräch und der körperlichen Untersuchung liefern Blutuntersuchungen wichtige Hinweise auf entzündliche Prozesse oder bestimmte Antikörper. Bildgebende Verfahren machen frühe Entzündungen sichtbar, noch bevor strukturelle Schäden auftreten.
Die Therapie zielt darauf ab, die Entzündung rechtzeitig zu kontrollieren und dadurch Gelenkschäden zu verhindern. Zum Einsatz kommen entzündungshemmende Medikamente sowie spezielle Wirkstoffe, die in das Immunsystem eingreifen. Ergänzend unterstützen Bewegungstherapie und gelenkschonende Alltagsstrategien den Erhalt der Beweglichkeit.
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Erhöhte Harnsäurewerte im Blut führen dazu, dass sich Kristalle in den Gelenken ablagern. Der Körper reagiert darauf mit einer ausgeprägten Entzündungsreaktion. Besonders häufig betrifft dies das Großzehengelenk, möglich sind jedoch auch Beschwerden in Knie, Sprunggelenk oder Ellenbogen.
Die Schmerzen setzen meist plötzlich ein und erreichen innerhalb kurzer Zeit eine hohe Intensität. Betroffene beschreiben das Gelenk als stark druckempfindlich, gerötet und heiß. Häufig treten die Anfälle nachts oder in den frühen Morgenstunden auf. Zwischen den Gicht-Schüben können längere beschwerdefreie Phasen liegen, vor allem zu Beginn der Erkrankung.
Zur Abklärung gehören neben der klinischen Untersuchung Blutuntersuchungen, bei denen der Harnsäurespiegel bestimmt wird. In bestimmten Fällen lassen sich Harnsäurekristalle auch direkt im Gelenk nachweisen. Bildgebende Verfahren unterstützen die Diagnose.
Die Behandlung verfolgt zwei Ziele: die rasche Linderung des akuten Schubs und die langfristige Senkung der Harnsäurewerte. Entzündungshemmende Medikamente kommen im Akutfall zum Einsatz. Darüber hinaus ist eine dauerhafte medikamentöse Einstellung wichtig. Anpassungen von Ernährung und Lebensstil können ebenfalls dabei helfen, erneuten Anfällen vorzubeugen.
Diese Form der Gelenkerkrankung tritt im Zusammenhang mit Schuppenflechte auf. Entzündliche Prozesse betreffen dabei nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenke sowie Bereiche, an denen Sehnen und Bänder am Knochen ansetzen. Dadurch entstehen Beschwerden nicht nur im Gelenk selbst, sondern auch in dessen unmittelbarer Umgebung.
Schmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Beweglichkeit stehen im Vordergrund. Typisch sind wurstförmig verdickte Finger oder Zehen sowie Beschwerden, die sowohl in Ruhe als auch bei Bewegung auftreten können. Bei manchen Betroffenen gehen die Gelenkprobleme den Hautveränderungen voraus.
Die Diagnose ergibt sich aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Neben der körperlichen Untersuchung liefern die Vorgeschichte mit bekannten Hautveränderungen sowie bildgebende Verfahren wichtige Hinweise. Blutuntersuchungen helfen dabei, andere entzündliche Gelenkerkrankungen abzugrenzen.
Die Behandlung richtet sich nach Ausprägung und Verlauf der Erkrankung. Ziel ist es, die Entzündung zu kontrollieren und die Funktion der Gelenke zu erhalten. Zum Einsatz kommen entzündungshemmende Medikamente und Wirkstoffe, die in das Immunsystem eingreifen. Ergänzend unterstützen Bewegungstherapie und individuell angepasste Maßnahmen den Alltag der Betroffenen.
Bei diesem Krankheitsbild verändert sich die Stabilität des Knochens. Die Knochendichte nimmt ab, wodurch das Skelett insgesamt anfälliger für Brüche wird. Die Gelenke selbst bleiben dabei meist unverändert, dennoch können Schmerzen auftreten. Diese lassen sich in diesem Zusammenhang auf Fehlstellungen oder Belastungsänderungen infolge von Knochenbrüchen zurückführen.
Die Beschwerden entwickeln sich oft unauffällig. Viele Betroffene verspüren lange Zeit keine Schmerzen. Erst wenn es zu sogenannten Spontanfrakturen kommt, etwa an den Wirbelkörpern, treten plötzlich Rückenschmerzen oder Bewegungseinschränkungen auf. Höhenminderungen der Wirbel belasten benachbarte Gelenke stärker.
Zur Diagnosestellung dient in erster Linie die Messung der Knochendichte. Ergänzend berücksichtigen wir Risikofaktoren wie Alter, hormonelle Veränderungen oder frühere Knochenbrüche. Bildgebende Verfahren helfen dabei, bereits bestehende Frakturen zu erkennen und andere Ursachen auszuschließen.
Die Behandlung verfolgt das Ziel, den weiteren Knochenabbau zu bremsen und das Frakturrisiko zu senken. Dazu zählen medikamentöse Therapien ebenso wie eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D. Bewegung und Muskeltraining unterstützen die Stabilität des Skeletts und tragen dazu bei, die Belastung für Knochen und Gelenke besser zu verteilen.
Weitere Informationen: Osteoporosetherapie in Frankfurt
Nicht jede Gelenkbeschwerde geht auf eine strukturelle Erkrankung zurück. Auch wiederholte Belastungen, ungewohnte Bewegungsabläufe oder einseitige Beanspruchung können zu Reizzuständen führen, die mit Schmerzen im Bereich des Gelenks oder der angrenzenden Sehnen einhergehen können.
Die Probleme treten meist belastungsabhängig auf und verstärken sich bei bestimmten Bewegungen. In Ruhe lassen die Beschwerden oft nach. Schwellungen oder Entzündungszeichen fehlen häufig oder sind nicht stark ausgeprägt.
Die Diagnosestellung erfolgt über die Anamnese und die körperliche Untersuchung, bei der typische Belastungsschmerzen und Bewegungseinschränkungen auffallen. Bildgebende Verfahren dienen vor allem dazu, strukturelle Schäden auszuschließen.
Dann geht es darum, das gereizte Gewebe zu entlasten und eine Überbeanspruchung zu vermeiden. Angepasste Bewegung, physiotherapeutische Maßnahmen und zeitweise Schonung stehen im Vordergrund. In bestimmten Fällen kommen entzündungshemmende Medikamente oder Maßnahmen wie Kinesio-Taping zum Einsatz.
Verletzungen von Bändern oder der Gelenkkapsel entstehen häufig nach Unfällen, Umknicktraumen oder wiederholten Fehlbelastungen. Auch ältere, nicht vollständig ausgeheilte Verletzungen können langfristig zu Beschwerden führen. Das Gelenk verliert dabei an Stabilität, was sich auf die Belastbarkeit auswirkt.
Typisch sind Schmerzen bei Bewegung oder Belastung sowie ein Unsicherheitsgefühl im Gelenk. Manche Betroffene berichten über ein Nachgeben oder Wegknicken, insbesondere bei sportlichen Aktivitäten oder unebenem Untergrund. Schwellungen können auftreten, müssen aber nicht dauerhaft bestehen.
Zur Abklärung gehören eine körperliche Untersuchung und Funktionstests. Bildgebende Verfahren wie MRT helfen dabei, Band- oder Kapselschäden sichtbar zu machen und das Ausmaß der Instabilität einzuschätzen.
Die Behandlung richtet sich nach Schweregrad und betroffener Struktur. Stabilisierung durch Muskelaufbau, Physiotherapie, Bandagen & Co. sind sinnvoll. Bei ausgeprägter Instabilität oder anhaltenden Beschwerden kann auch eine operative Versorgung notwendig sein.
Mehr dazu: Behandlung von orthopädischen Verletzungen in Frankfurt
Veränderungen der Bein- oder Gelenkachsen beeinflussen die Belastungsverteilung im Gelenk. Dadurch entstehen über längere Zeit erhöhte Druckzonen, die Schmerzen verursachen können, auch wenn der Knorpel zunächst noch erhalten ist. Häufige Beispiele sind O- oder X-Beine sowie Fehlstellungen im Bereich von Fuß oder Knie.
Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und treten vor allem bei Belastung auf. Betroffene berichten häufig über einseitige Schmerzen oder ein schnelleres Ermüden des betroffenen Gelenks. Im Verlauf können sich auch angrenzende Strukturen wie Sehnen oder Schleimbeutel gereizt zeigen.
Die Diagnostik umfasst eine genaue Betrachtung der Körperstatik sowie bildgebende Verfahren, die Achsverhältnisse und Gelenkbelastung sichtbar machen. Diese Einordnung ist wichtig, um Folgeschäden frühzeitig zu erkennen.
Die Therapie hängt von Ausmaß und Folgen der Fehlstellung ab. Konservative Maßnahmen stehen zunächst im Vordergrund. Bei ausgeprägten Achsabweichungen oder anhaltenden Beschwerden kommt auch eine operative Korrektur infrage.
Diagnostik und Behandlung von Gelenkschmerzen bei Dr. Tabrizi in Frankfurt
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